Was bereits geschah

Long live the fridge!

Ab April 2021 müssen Hersteller Ersatzteile für Geschirrspüler, Waschmaschinen, Kühlschränke und weitere Produkte für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen, die Produkte so gestalten, dass sie mit einfachen Werkzeugen auseinandergenommen werden können und Informationen liefern, die zum Reparieren wichtig sind. Diese neuen Standards sind ein kleiner aber wichtiger Schritt hin zum Recht auf Reparatur und das Ergebnis einer europaweiten Reparaturkampagne. Doch wie kam es dazu?

Start der Petition

September 4, 2018

Anfang September bot sich die einmalige Gelegenheit eine Petition für das Recht auf Reparatur zu starten. Auf EU-Ebene sollte Ende des Jahres über Reparaturstandards in der Ökodesignrichtlinie entschieden werden. Eine einmalige Chance Reparaturstandards gesetzlich festzulegen. Ziel der Petition war es möglichst viele Menschen über den politischen Prozess zu informieren, zu mobilisieren und Politiker*innen dazu zu bringen, Verbraucher- und Ressourcenschutz aktiv umzusetzen.

Kurze Atempause

September 26, 2018

Kurze Zeit später sah es danach aus, als würde es der Vorschlag der EU-Kommission zur Erweiterung der Ökodesignrichtlinie um erste Reparaturstandards nicht über die Ziellinie schaffen. Insbesondere einige Mitgliedstaaten, darunter Deutschland und Italien, standen den neuen Anforderungen skeptisch gegenüber. EU-Kommissionspräsident Juncker wollte die Abstimmungen auf unbekannte Zeit verschieben. Eine starke Zivilgesellschaft getragen von 55 Umwelt- und Verbraucherorganisationen aus ganz Europa forderten Juncker daraufhin in einem offenen Brief auf, die Abstimmungen wie geplant im Dezember und Januar stattfinden zu lassen. Auch Schraube locker!? schickte im Namen der zu diesem Zeitpunkt über 13.000 Petitionsunterzeichner*innen einen Brief nach Brüssel. Wenige Tage später dann die erlösende Nachricht: Die Abstimmungen werden wie geplant im Dezember und Januar stattfinden – durchatmen!

International Repair Day 2018

Oktober 20, 2018

Während immer mehr Menschen sich online an der Petition beteiligten, setzten sich viele Reparaturinitiativen und Repair Cafés offline für ein Recht auf Reparatur ein. Am 20.Oktober, dem Internationalen Repair Day 2018, folgten einige Initiativen unserem Aufruf über das Recht auf Reparatur aufzuklären und Geschichten und Fotos mit ihren Forderungen zu teilen, wie zum Beispiel das Café Kaputt in Leipzig (Foto). Vielen Dank für euren Einsatz! Was noch geschah: Unserer Petition folgten Petitionen in Großbritannien und Italien.

Die Übergabe

November 9, 2018

Am 9. November knackte die Petition die 100.000er- Marke. Nun wurde es Zeit für eine Übergabe! Doch weder Wirtschaftsminister Altmaier noch Umweltministerin Schulze (die beiden zuständigen Minister*innen für die EU-Ökodesignrichtlinie) folgten unseren Einladungen. Jetzt hieß es hartnäckig bleiben und auf das Recht pochen! Im Rahmen einer Konferenz in Berlin überraschten wir letztendlich Frau Schulze und überreichten die Petition. Herrn Altmaier und das Bundeswirtschaftsministerium brachten über 500 Tweets von Unterstützer*innen der Petition zur gewollten öffentlichen Stellungnahme zum Recht auf Reparatur. Resümee: Umweltministerium Top & Wirtschaftsministerium Flop!

Gemeinsam sind wir laut

Dezember 10, 2018

Am 10. Dezember fand die erste Abstimmungsrunde zur Erweiterung der Ökodesignrichtlinie in Brüssel statt. Zunächst ging es um erweiterte Reparaturstandards für die Produktgruppe Kühlschränke. Die 28 EU-Mitgliedstaaten entschieden sich erstmalig dafür, Herstellerregeln im Bereich Reparatur festzuschreiben. Einige Wochen später sollte auch dies für Geschirrspüler, Waschmaschinen, Displays und Leuchten beschlossen werden. Ein voller Erfolg, den wir gemeinsam mit Umweltschutz- und Verbraucherorganisationen in Brüssel begleiteten.

Jetzt heißt es, Ersatzteile für alle, nicht nur für professionelle Reparaturbetriebe, verfügbar zu machen und Reparaturstandards für alle Produkte gesetzlich festzuschreiben!

Auch Du kannst aktiv werden!